Schachfreunde Schwarz-Weiss Merzhausen

Schachclub Schwarz-Weiß Freiburg und Schachverein Landwasser

Am 28.Dezember 1948 fand im Restaurant „Zum Goldenen Fäßle“ die Gründungsversammlung des Schachclubs Schwarz-Weiß Freiburg statt. Die französische Militärregierung musste dabei diese Versammlung sowie den Namen des Vereins erst genehmigen. 1945 war neben vielen anderen Vereinen auch der in den zwanziger Jahren gegründete, im Stadtteil Stühlinger ansässige Schachclub Alia aufgelöst worden. In seiner Tradition stand Schwarz-Weiß. Der alte Name durfte zwar nicht benutzt werden, aber allseits sah man den neuen Verein „Schwarz-Weiß“ als den Nachfolger des Vereins „Alia“ an. 1974 schloss sich der 1969 gegründete Schachverein Landwasser den Schwarz-Weißen an. Die Anbindung an den Stadtteil Stühlinger ist immer noch zu spüren, kommen doch einige der Mitglieder aus dieser Ecke Freiburgs. Und bis heute hat Schwarz-Weiß bis auf wenige Unterbrechungen sein Spiellokal im Stühlinger gehabt.

Der größte Erfolg einer schwarz-weißen Mannschaft liegt einige Zeit zurück: 1965/66 spielte die erste Mannschaft eine Spielzeit in der damals noch höchsten deutschen Spielklasse, der badischen Oberliga.

Schachfreunde Merzhausen 1965

Aus der Festschrift:

25 Jahre ‘‘Schachfreunde Merzhausen’’
Rückblick und Vorausschau

Als im Jahre 1965, am 23. September, im Café Spieldiener in Merzhausen, zehn begeisterte Schachspieler sich trafen, um einen Verein zu gründen, ahnte wohl keiner, dass der neue Verein in den kommenden fünf Jahren eine fast atemberaubende Entwicklung nehmen würde.
Und es begann gut. Die Mitgliederzahl wuchs, die an den Turnierkämpfen teilnehmenden Mannschaften wuchsen, es wurde Meisterschaft um Meisterschaft errungen, Aufstieg um Aufstieg erkämpft, auswärtige starke Spieler herangezogen und nach fünf Jahren stand der Verein mit 75 Mitgliedern und fünf Mannschaften an führender Stelle im südbadischen Raum. Zugleich stand die erste Mannschaft an einem im Anfang nicht für möglich gehaltenen Ziel - man nahm an den Aufstiegsspielen zur damals höchsten Spielklasse, der Oberliga Süd, teil.
Wie schon oft, kam auch bei uns mit dem Erfolg der Abstieg. Der erste Vorsitzende und Vereinsgründer musste aus beruflichen Gründen ausscheiden, die starken Spieler wanderten wieder ab, einheimische zogen sich zurück und bei der Generalversammlung 1971 stellte der damalige erste Vorsitzende sein Amt wegen Desinteresse der Mitglieder zur Verfügung. Der Verein stand vor der Auflösung. Hinzu kam, dass der Gemeinschaftsraum in der Schule als wöchentlicher Übungsraum nicht mehr zur Verfügung stand. In sehr beengten Verhältnissen, in einem Raum unter der Festhalle, zusammen mit dem Sportverein, mussten wir bis auf weiteres unsere Spielabende abhalten. In dieser ungünstigen Situation beschloss das übrig gebliebene Häuflein des einst so stolzen und erfolgreichen Vereins einen Neuanfang, auch bestärkt durch die Hoffnung, dass sich in absehbarer Zeit die Raumverhältnisse wieder bessern werden. Die Durststrecke begann. Wir spielten mit zwei Mannschaften, mussten im folgenden Jahr eine Mannschaft davon zurückziehen, stiegen mit der verbliebenen zweimal ab in eine untere Klasse und zogen auch diese Mannschaft 1976 wegen Personalmangel zurück. Es stand wieder eine Vereinsauflösung bevor. Da kam unerwartete Hilfe von außen. Die damalige Elternbeiratsvorsitzende der Grund- und Hauptschule Merzhausen sprach uns wegen eines Jugendlehrgangs an und wir mussten wegen unzureichenden Raumverhältnissen absagen, doch der Stein kam ins Rollen.
Neue Verhandlungen mit der Gemeindeverwaltung wurden geführt, zu den Hoffnungen und Erwartungen kamen Enttäuschungen und schnelle Entscheidungen konnten nicht getroffen werden. Als dann 1977 das Alte Rathaus leer wurde, ‘‘beschlagnahmten’’ wir, -offiziell erlaubt- sofort einen Raum für uns. Die Durststrecke endete. Wir waren erleichtert. Statt Schach spielen wurde nun tapeziert, gestrichen, neue Lampen aufgehängt, Tische und Stühle gekauft, Vorhänge genäht und jeder tat sein Bestes. Am 1. April 1977 eröffneten wir, von unserem Urkunden- und Geburtstagskartenschreiber und zugleich Blumenkünstler zusätzlich ausgeschmückt, das neue Spiellokal. Sofort gründeten wir eine Jugendabteilung, führten wöchentliche Lehrgangs und Übungsabende ein, denn schon nach kurzer Zeit hatten sich 12 Jugendliche angemeldet. Mit großer Freude sahen die aktiven Spieler, wie nach und nach unsere Jugendlichen beachtliche Fortschritte erzielten und beschlossen deshalb, für die Saison 1980 wieder eine erste Mannschaft zu den bevorstehenden Mannschaftskämpfen anzumelden. Sie bestand aus vier Senioren, drei davon herzinfarktgeschädigt! und vier Jugendlichen. Es gab zwar Niederlagen und bittere Erfahrungen, aber wir hatten wieder einen geordneten Spielbetrieb, eine gute Kameradschaft und einen stark nach vorne drängenden Nachwuchs, der zeitweise mit drei Mannschaften an den Jugendmeisterschaften teilnahm. Nach acht Jahren kam das ‘‘Aus’’ für unser Spiellokal. Wegen Umbauarbeiten und anderweitiger Nutzung des Alten Rathauses wurde uns gekündigt. Wir mussten wieder zurück in den inzwischen vom Sportverein verlassenen Raum unter der Festhalle. Sollte der Abstieg, der Zerfall wieder beginnen? Es durfte nicht sein. Den Vorschlag des Hausmeisters der Schule, mit Genehmigung und Unterstützung der Gemeindeverwaltung, im nicht genutzten und ausgebauten Raum unter der Festhalle einen neuen Schachraum einzurichten, nahmen wir deshalb sofort an. Die Gemeinschaftsarbeit begann von neuem, alle halfen mit, die Jugendlichen und Schüler räumten auf, trugen Steine und andere Materialien in den Keller und waren mit großer Begeisterung dabei, denn es gab ja auch ihren Raum. Im Frühjahr 1985 konnten wir in das neue Spiellokal einziehen, das etwa so groß war wie im Alten Rathaus. Doch bald stellte sich heraus, dass es zu klein war. Angezogen durch die hervorragende Jugendarbeit unserer Jugendleiter, besuchten uns 15 und mehr Jugendliche an den Übungsabenden und auch neue aktive Spieler traten unserem Verein bei. Nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung konnten wir weiteren ungenutzten Raum nebenan in unser Spiellokal einbeziehen. Wieder begann die Arbeit mit der Ausgestaltung - in Selbsthilfe -. Am 16. Januar 1987 war es dann soweit. In dem erweiterten Spiellokal mit nunmehr 40 Sitzplätzen und den dazugehörigen Tischen begrüßten wir Vertreter der Gemeindeverwaltung und der örtlichen Vereine. Der Bürgermeister sprach von einer bemerkenswerten Leistung des Vereins und einer beispielhaften Eigeninitiative. Der Wermutstropfen bei aller Freude waren die Kosten, die trotz allen unentgeltlichen Stunden, Spenden, Zuschüssen etc. uns davonliefen und zum Schluss nur über einen Kredit finanziert werden konnten. Im Jubiläumsjahr scheint es nun so, dass wir schuldenfrei werden. Dies war unser Ziel, unsere Hoffnung. Die Investitionen haben sich gelohnt. Wir haben eigene Räume, einen geordneten Spielbetrieb, zwei aktive Mannschaften, eine Jugendabteilung, einen Anfängerkurs und einen stark verjüngten Vorstand aus der ‘‘1978er’’ Jugend kommend. Wir wünschen uns für die kommenden Jahre weiterhin ein harmonisches Vereinsleben.

Theodor Heizmann, Ehrenvorsitzender

Schachfreunde Schwarz-Weiß Merzhausen

Die außerordentlichen Mitgliederversammlungen der Vereine Schwarz-Weiß Freiburg und Schachfreunde Merzhausen 1965 beschlossen jeweils mit einer absoluter Mehrheit am 15.03.2002 die Fusion zu dem neuen Verein Schachfreunde Schwarz-Weiß Merzhausen. Er ist nun seit dem 1.07.2002 gelebte Realität.

 

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